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Kultur einer Digitalstadt
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28.06.2026

Künstlerresidenzen als Innovationsräume

Neue Impulse für das Residenzprogramm von Kultur einer Digitalstadt

Rund 60 Vertreter:innen deutscher und internationaler Residenzprogramme kamen Ende Juni in Berlin zur ersten bundesweiten Tagung des Arbeitskreises Deutscher Internationaler Residenzprogramme (ADIR) zusammen. Kultur einer Digitalstadt war Teil dieses Vernetzungstreffens und nutzte die Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen der internationalen Residenzlandschaft kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kooperationen anzustoßen.

Unter dem Titel „Creative Shelters auf Zeit“ rückte die Tagung Künstlerresidenzen als Orte der künstlerischen Freiheit, des internationalen Austauschs und der Innovation in den Mittelpunkt. Diskutiert wurde, wie Residenzprogramme heute weit mehr leisten als die Bereitstellung von Arbeitsräumen: Sie schaffen Freiräume für künstlerische Entwicklung, fördern internationale Mobilität und reagieren auf gesellschaftliche und politische Herausforderungen.

Den Auftakt bildete eine Keynote der Literaturwissenschaftlerin Rachel Cohen (University of Chicago / American Academy in Berlin Fellow 2026). In den anschließenden Workshops und Diskussionsrunden standen die Zukunft von Residenzprogrammen, neue Fördermodelle sowie der Austausch zwischen den Einrichtungen im Fokus.

Viele der diskutierten Themen spiegeln sich bereits im Residenzprogramm von Kultur einer Digitalstadt wider. Auch hier geht es nicht allein darum, Künstler:innen für einige Wochen oder Monate einen Arbeitsplatz bereitzustellen. Im Mittelpunkt stehen die Begegnungen zwischen Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft sowie die Entwicklung gemeinsamer Projekte. Kooperationen mit dem GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung, dem hessian.AI und dem European Space Operations Centre ermöglichen den Resident:innen einen direkten Austausch mit führenden Forschungseinrichtungen. So entstehen Projekte an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie, die neue Perspektiven für beide Seiten eröffnen. Die Übersicht zu den Artist-in-Science-Residenz Programm von KeD https://kultur-digitalstadt.de/projekte/artist-in-science-residence/

Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung war die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Residenzprogrammen. Unter dem Titel „Förderlogiken und ihre Wirkung auf die künstlerische Praxis“ stellte Philine Griem von den Künstlerhäusern Worpswede aktuelle Forschung zur Wirkung von Residenzförderungen vor. Deutlich wurde, dass Residenzprogramme heute zunehmend als eigenständiges kulturpolitisches Instrument verstanden werden, dessen langfristige Wirkungen wissenschaftlich untersucht werden.

Dabei gewinnt auch die Frage an Bedeutung, wie sich der Erfolg von Residenzprogrammen bewerten lässt. Neben Ausstellungen oder Abschlusspräsentationen rücken sogenannte Impact Stories in den Vordergrund: Welche Kooperationen entstehen? Welche Projekte werden nach der Residenz weitergeführt? Welche Netzwerke bleiben bestehen?

Diese Perspektive ist auch für Kultur einer Digitalstadt von zentraler Bedeutung. Der Erfolg einer Residenz bemisst sich nicht allein an den während des Aufenthalts entstandenen Arbeiten, sondern an den nachhaltigen Beziehungen zwischen Künstler:innen, Forschungseinrichtungen, Kulturinstitutionen und weiteren Partnern. Gerade an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft entwickeln sich häufig Kooperationen, die weit über den eigentlichen Residenzzeitraum hinausreichen.

Der Veranstaltungsort, das ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik in Berlin, verdeutlichte diesen Ansatz eindrucksvoll. Das ehemalige Güterbahnhofsgelände verbindet internationales Artist-in-Residence-Programm, Stadtentwicklung und gesellschaftlichen Dialog und steht beispielhaft für die neue Generation interdisziplinärer Residenzprogramme.

Die Tagung bestätigte, dass Kultur einer Digitalstadt mit seinem Art-&-Science-Residenzprogramm einen Ansatz verfolgt, der bundesweit zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen wie dem GSI Helmholtzzentrum, hessian.AI und dem ESA ESOC zeigt exemplarisch, wie Künstlerresidenzen heute als Innovationsräume an der Schnittstelle von Kunst, Forschung und Gesellschaft wirken können. Gleichzeitig bot das Treffen zahlreiche neue Kontakte und Anknüpfungspunkte für zukünftige Kooperationen.

Weiterführende Informationen

Arbeitskreis Deutscher Internationaler Residenzprogramme (ADIR): https://www.goethe.de/prj/adi/de/index.html

Das Residenzprogramm von Kultur einer Digitalstadt: https://kultur-digitalstadt.de/residencies/

Creative Shelters auf Zeit – Tagungsüberblick: https://www.goethe.de/prj/adi/de/vas.html

Weitere Impressionen von der Tagung:

Fotos: Kultur einer Digitalstadt e.V. (Albrecht Haag)

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Neue Künstlerkolonie Rosenhöhe, Darmstadt

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